Kirmesgeschichte 2003
„Der geplagte Unternehmer“
1. Hey lauf doch mal langsam, Franz.
5. Klassenkamerad, kennst du uns denn noch?
2. Ihr Urlauber, ihr habt den ganzen Tag Zeit.
Mir geht es nicht so wie euch. Wenn ich nicht renne, dann laufen mir die Kunden
weg.
3. So schlimm kann es doch nicht sein!
2. Du hast ja eine Ahnung. Das ganze Frühjahr
habe ich zwar auf Aufträge gewartet.
Meinen Leuten habe ich gesagt, macht Urlaub! Ich schaffe wieder Aufträge ran.
Da hatten wir ganz viel Zeit. Ich habe den Betrieb putzen lassen und mein
eigenes Haus gemacht. Aber jetzt: 8 Aufträge habe ich und weiß nicht, wie ich es
schaffen soll.
Alle wollen noch vor dem Winter fertig werden.
3. Da hättest Du im Sommer nicht so lange Urlaub
machen sollen.
2. Im Unterschied zu euch war ich im Sommer noch
gar nicht weg. Meine Frau hält mir ständig vor, dass ich die Familie
vernachlässige. Den ganzen Sommer habe ich nur abends mal Zeit gehabt in Struth
ins Bad zu gehen. Den Kindern habe ich versprochen, dass wir in den Herbstferien
wegfahren. Aber ich ahne schon, dass es nichts wird.
3. Aber zur Kirmes kommst du doch.
2. Wenn ich ehrlich bin, die richtige Ruhe habe
ich nicht. Ich muss mich schonen. Wenn ich am Wochenende so fertig bin, dann
leidet die ganze Woche darunter. Und ne Welle verkrafte ich sowieso nicht mehr.
4. Du kommst mir gerade recht. Ich warte schon
ewige Zeiten, dass du endlich bei mir mal anfängst. Jetzt geht das Wetter noch.
Und was haben wir in drei Wochen? Dann kommst du wieder und sagst, das Wetter
ist schuld, wenn es nicht vorwärts geht.
2. Komm, mach mal halblang, wann hast Du es denn
bestellt. Davor kamen sieben Aufträge.
4. Wenn du es nicht machst, dann hole ich mir
eben einen anderen. Ich hatte Mitleid mit dir und deswegen habe ich dir den
Auftrag gegeben. Es gibt genug Leute, die noch freie Kapazitäten haben.
1. Wir haben habe noch welche. Kann ich dir
vielleicht helfen?
5. Ich bin jetzt überqualifiziert durch die
fünfte Umschulung, mich will auch keiner mehr.
4. Wer fragt denn nach Euch? Die Firma muss ran!
Und wehe, du und deine Leute feiern jetzt noch ein paar Tage Kirmes.
5. Ich habe da eine Idee. Er hat doch Leute aus
der Stadt. Die können dir am Kirmesfreitag und Sonnabend alles bauen, wenn Du
ihnen ein paar Mark mehr gibst. Schwarz versteht sich.
4. Sage mal, bist du ganz übergeschnappt. Meine
Töchter und meine Frau werden mit was husten, wenn über die Kirmes gebaut wird.
Die Große spielt verrückt, wenn sie nicht weggehen kann. Die kleine erst recht.
1. Warum machst du dann so viel Dampf?
4. Den Zeitpunkt bestimme ich, wann es bei mir
passt. Ich habe das Geld und da müssen die anderen springen.
3. Komm. mein Sohn hat mir erzählt, zur Kirmes
lässt gerade du nie was springen.
Bei der Extratour versteckst du dich, damit du die 10 Piepen sparst.
2. Na ja, es ist eben alles so teuer heute.
1. Ich mache euch einen Vorschlag: Ich habe zwar
wenig Geld, aber zu viel Zeit!
Ich halte euch einen Platz frei.
Und ihr kommt etwas früher, damit wir uns bei einem Bier oder Saft unterhalten
können.
5. Du gibst uns einen aus. (zu 2:) Du musst ja
nicht so viel trinken, dass du ne Welle hast! Ein bisschen Bewegung tut dir gut.
(zu 4:) Und du hältst mal deinen großen Rand und tanzt endlich mal eine
Extratour. Deine Frau wäre richtig stolz auf dich.
2. Nur unter einer Bedingung: Kein Wort über die
Arbeit!
1. Na das möchte sein!
3. Spring lieber jetzt, damit du zur Kirmes Zeit
hast.
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