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Martin Luther – SpielSprecher: Es geschah im Jahr 1483 am 10. November, also heute vor 521 Jahren, dass in der Familie eines Bergmannes in Eisleben ein Sohn geboren wurde. Der Vater war froh, dass seine Frau die Geburt gut überstanden hatte und der Sohn gesund und wohlauf war. Er ließ gleich nach einem Priester schicken, damit er seinen Sohn taufen würde. Er kam schon am nächsten Tag. (Priester kommt in die Familie:) Vater: Wir sind Gott Dankbar, dass er uns einen Sohn geschenkt hat. Wir haben euch rufen lassen, dass ihr ihn tauft. Meine Frau ist noch sehr schwach von der Geburt. Priester: Gern will ich ihn taufen. Doch sagt mir, wie er heißen soll! Mutter: Heute wird an den heiligen Martin gedacht, der den Mantel teilte für den Armen. Ich möchte, dass er diesen Namen trägt. Priester: Also gut, so taufe ich den Jungen im Namen Martin Luther. In Nomine patri et filii et spiritus sancti... Ihr haltet die Taufschale und der Pate hält das Kind. Sprecher: So wurde das kleine Kind im Hause der Familie Luther getauft, als es erst einen Tag alt war. Ihr habt den Priester sicher nicht verstanden. Er redete damals in lateinischer Sprache und auch die Angehörigen werden nur einige Worte verstanden haben. Martin Luther wurde sehr streng aber liebevoll erzogen. Er besuchte in Magdeburg die Domschule. Später war er in Eisenach auf der Lateinschule. Dort musste er schon etwas Geld zu seinem Lebensunterhalt verdienen. Da er sehr musikalisch war, sang er bei reichen Leuten Lieder und bekam dafür etwas Lohn. Später studierte er in Erfurt. Sein Vater wollte, dass er ein Rechtsanwalt wird. Aber mit 22 Jahren hatte Martin ein Erlebnis, das ihn veränderte. Freund
Luthers (Luther kommt außer Atem angerannt): Luther: Wenn Ihr wüsstet! Erst vor kurzem ist einer meiner Freunde gestorben und heute das. Freund: Was denn. Sagt es mir Luther: Ihr werdet es nicht glauben. Ich war auf dem Weg in der Nähe von Stotternheim, als ein gewaltiges Gewitter heranzog. Ich habe mich unter einen Baum gestellt und meine Angst wurde immer größer, als es donnerte und blitzte. Ich musste um mein Leben bangen. Freund: Nun ja, Ihr seid verschont geblieben. Luther: Der Blitz schlug neben mir in den Baum ein. Ich war sicher, dass mein Leben zu Ende sei. Ich habe gebetet und bei der Schutzpatronin der Bergleute gelobt: Ich will ein Mönch werden. Freund: Mir ist es schon einige Zeit aufgefallen, dass Ihr so ernst seid, nicht mehr so fröhlich und ausgelassen wir früher. (Vater kommt dazu) Freund: Martin will Mönch werden. Er hat es bei der heligen Anna gelobt! Vater: Nein das kann nicht sein. Ich lasse das nicht zu. Ich habe für dich einen anderen Weg vorgesehen. Ich verbiete es dir! Luther: Nein, Vater, ich sage es Euch gegenüber nur ungern, dass ich euch nicht gehorsam bleibe. Ich habe es geschworen. Und dabei bleibe ich - auch gegen Euren Willen! Erzähler: Martin setzte sich durch, obwohl ihm sein Vater diesen Schritt nie verziehen hat. Er suchte sich das strengste Kloster aus, das er finden konnte, das Augustinerkloster in Erfurt. Er studiert die Bibel, aber er findet keine innere Ruhe. Immer wieder ist er unruhig und voller Angst. Er quält sich, um Gott zu gefallen und studiert die Bibel. Luther:
Ich habe immer wieder Angst, dass mein leben vor Gott nicht bestehen kann. Ich
kann nicht glücklich werden, nicht einmal erleichtert aufatmen, wenn ich an Gott
denke... Es mag anderen vergeben werden, mir nicht. (schreibt
mit Feder auf ein Papier) (geht weg
und schlägt mit dem Hammer an die Türe. Dann liest er die erste These: ) Sprecher: Es kommt nicht dazu, dass man öffentlich darüber redet. Aber was er sagt, spricht sich überall herum. Der Papst in Rom fordert, dass er widerruft. Aber Martin bleibt bei seiner Meinung und sagt, dass man die Bibel richtig lesen müsse. Zuletzt lässt der Papst ihn aus der Katholische Kirche hinauswerfen und erklärt ihn für vogelfrei, das bedeutet, dass er umgebracht werden kann, ohne dass man dafür bestraft würde. Der Sächsische Landesfürst lässt ihn auf der Wartburg verstecken. Er lässt sich einen Bart wachsen, und lebt unter einem ausgedachten Namen als Junker Jörg auf der Wartburg.
Kind 1: Was hast du da? Ältere Person: Das ist unsere alte Schnellbacher Bibel. Kind 2: Die sieht aber alt aus. Ältere Person: Das ist sie auch. Kind: Kann ich die mal heben? Bekommt die Bibel. Ältere Person: Stell dir vor, sie ist schon einige Jahrhunderte alt. Sie ist noch so geschrieben, wie sie Martin Luther auf der Wartburg übersetzt hat. Er hat nur zweieinhalb Monate für das neue Testament gebraucht. Seither konnten die Leute die Bibel in ihrer Sprache verstehen. Er hat auch den Gottesdienst in deutscher Sprache halten lassen, so wie du es kennst, damit du alles verstehen kannst, nicht mehr in Latein. Lies mal etwas! Kind 1: Das geht doch gar nicht. Die Schrift ist heute doch ganz anders als damals. (Photo wird eingeblendet)
Sprecher: Martin Luther haben wir noch mehr zu
verdanken. Er hat sich mit dafür eingesetzt, dass die Schulen an jedem Ort waren
und alle Kinder , auch die Mädchen acht Jahre Schule bekamen, damit sie lesen
und schreiben lernen. Und er hat dafür gesorgt, dass die Konfirmanden mit 14
Jahren eine Menge über den Glauben lernten. Er heiratete und hatte mehrere
Kinder.
Luther: Es fällt mir ganz schwer, zu Weihnachten
nicht bei meinen Kindern zu sein. Wie sollen sie dann begreifen, dass wir zu
Weihnachten durch die Geburt von Jesus Gottes Vatergüte begreifen.
Sprecher: So ist es ja Brauch bei uns heute, so wie
Luther das eingeführt hat. Rollen: Sprecher 1+2: Vater: Mutter: Priester: Freund Luthers Kind 1: Kind 2: Ältere Person: Martin Luther: Stumme Rolle: Pate |