|
|
|
|
Martinsspiel 2
Sprecher 1: Es war im 4. Jahrhundert. Der Kaiser Julius in Rom wollte noch ein Land dazu erobern. Er bot ein großes Heer auf. Viele junge Soldaten, manchmal nicht älter als 17 - 18 Jahre, stellte er für diesen Kriegszug auf. Sprecher 2: Der Kaiser verkündete seinen Soldaten: Kaiser: Zieht hin in das Land der Franken. Erobert dieses Land. Es soll zu unserem Reich gehören. Macht Beute und unterwerft unsere Feinde! Sie haben es verdient gestraft zu werden, wenn sie sich nicht freiwillig unterwerfen!
Sprecher 1:
Sofort wurden die Soldaten munter, sie freuten sich auf ein buntes Leben.
Sprecher 2:
Unter ihnen war auch Martin. Er war kein begeisterter Soldat, aber weil sein
Vater schon Soldat war, so machte er eben auch mit.
Sprecher 1:
Den Soldaten ging es gut. Zu Hause hatten sie nichts zu sagen. Nun sind sie die
großen Herren, die alles bestimmen. Frau 1: Es ist unglaublich: Der eine römische Soldat, der uns ausgeraubt hat, der ist so alt wie mein Sohn. Eigentlich war er wie ein Kind. Er kam sich stark vor mit seinem Schwert und seiner Rüstung. Wer weiß, ob er schon 17 oder achtzehn Jahre alt ist. Er hat unseren alten Vater geschlagen. Frau 2: Ich denke, die wissen gar nicht was sie tun! Wenn das mein Sohn wäre, dem würde ich noch einmal den Hintern versohlen, wenn er so etwas täte. Frau 3: Wo sie nur so etwas gelernt haben ? Sie müssten doch zur Schule gegangen sein? Ich verstehe es nicht. Frau 2: Es hat ihnen eben niemand beigebracht. Vielleicht sind sie ja auch zu Hause ganz anders, dass ihre Eltern gar nicht gemerkt haben, was in ihnen steckt! Frau 1: Passt auf! Dort kommen wieder ein paar Soldaten. Mit denen ist sicher nicht zu spaßen. Die haben noch kräftig getrunken. Hauptmann: Das war heute wieder so ein Spaß. Habt ihr die Alte Frau gesehen, wie sie gerannt ist, als wir ins Haus gekommen sind. Die haben ja eine Angst vor uns. Soldat 2: Ja Hauptmann! Nicht ohne Grund! Meine Faust hat es in sich. Da wollte doch so ein junger Kerl sich wehren und die Vorräte nicht heraus geben. Dem Habe ich’s gegeben. Seht Euch diese Faust an. Die ist wie aus Eisen. Nach einem Schlag hat er gemacht, was ich wollte.
Soldat 3:
Was habt ihr denn erbeutet? Mein Alter hat sein Leben lang gearbeitet und
verdient hat er nicht viel. Bei mir lohnt es sich! Ich habe einfach einem seine
goldene Kette, seine Uhr und sein Geld abgenommen.
Soldat 1:
Guckt euch den Bettler da an. Bettler: Helft mir doch! Ich brauche Hilfe für meine Kinder. Wir erfrieren. Es ist so bitter kalt! Soldat 2: Lass das, Alter. Hast sowieso nichts mehr vom Leben zu erwarten. Ich hab wieder Hunger. Du hast doch sicher noch einen Brocken Brot! (Bedroht ihn mit dem Schwert) Frau 1: Das ist der Soldat, von dem ich euch erzählt habe. Wenn der mein Sohn wäre! Soldat3: Da! Der Offizier, der Martin kommt. Martin: Was tut ihr da? Soldat: Das sind doch alles Nichtsnutze hier. Bettler: Helft mir. Ich erfriere, meine Kinder erfrieren. Gebt mir etwas ab! Helft mir! Martin: Ihr merkt die Kälte nicht! Ihr seid satt, habt getrunken und unsere Mäntel halten warm! Martin nimmt den Mantel und zerschneidet ihn. Hauptmann: Was tust du da! Das ist das Gewand eines Soldaten! Lass den Alten, er stirbt sowieso! Soldat 2: Du kannst es nicht ändern! Und hilfst du einem, kommen die andern. Es sind unsere Feinde, es sind Barbaren! Bettler: Der Herr möge es dir vergelten - der König eines Reiches, in dem Gerechtigkeit herrscht! Martin: Lasst ihn! Kommt, wir gehen! Hauptmann: Das hat ein Nachspiel! (geht ab) Sprecher 2: Als der Hauptmann gegangen war, lief Martin dem Bettler nach. Er sah ihn in ein kleines Haus gehen. Er wartete erst bis es ganz dunkel war. Dann klopfte er an der Tür. Er sah im Kerzenschein ein paar Kinder liegen. Sie schliefen unter dem teil des Mantels, den er dem Bettler gab. Martin: Verzeiht mir bitte! Ich folgte euch. Sagt mir noch mehr von dem König und seinem Königreich in dem Gerechtigkeit herrscht. Bettler: Ich meine Jesus. er war ein Mann aus einem Land am Mittelmehr. Er besaß kein Königreich, aber er führte doch die Menschen wie ein König und sie folgten ihm. Er führte sie zu Gott und gab ihrem Leben einen neuen Sinn. Er sagte: Liebt euren Feind und gebt den Armen. Habt mit Menschen, die in Not sind Erbarmen! Denn es schafft Frieden, wenn die Menschen füreinander sorgen. Wer sich um ein Kind sorgt und es aufnimmt, der nimmt, der nimmt diesen König in sein Leben auf. Sprecher 1: So saßen sie noch lange und aus Feinden wurden Freunde. Martin jedoch musste am nächsten Tag zu seinem Hauptmann. Hauptmann: Martin ! Steht stramm, wenn ihr mit mir redet! Was habt ihr getan. Ihr habt unsere Ehre an die Feinde verraten. Ihr habt uns lächerlich gemacht. Zu Feinden hat man kein Mitleid. Hilft man einem, so wollen sie alle etwas. Wir müssen den Reichtum unseres Volkes mehren.
Martin:
Verzeiht, wenn ich Euch widerspreche! Wird es sich nicht eine Tages rächen, was
wir tun? Seht euch im Lande um! Gereicht uns solche Not zum Ruhm? Hauptmann: Ihr getraut euch viel! Mir zu widersprechen! Aber vielleicht habt Ihr recht, Martin. Vielleicht ist es gut, dass du nicht geschwiegen hast. Du wirst die Not der Menschen lindern. Niemand soll dich daran hindern! Sprecher1: Martin half den Menschen und teilte aus. Und so manches Kind hat so die Not überstanden. Er wollte aber in seinem Leben noch mehr teilen mit den Menschen in Not. Er verzichtete auf seinen Sold und gab sein Soldatenleben auf. Er versuchte den Menschen das Teilen und das Leben ohne Gewalt vorzuleben und zu predigen. Sprecher 2: Als er älter war, wurde er von den Menschen zum Bischof gemacht. Er setzte sich aber nie auf den kostbaren Bischofsthron, sondern auf einen gezimmerten Hocker. |