Rudelzhausener Weihnachtsspiel
2004
Maria
Seidel: Ein Wunder ist geschehen:
Gott kam in unsere Welt: einfach, arm und menschlich, hilflos,
schwach und klein. Sucht ihn! Macht euch auf den Weg! Sucht ihn nicht über
den Sternen, nicht hinter Schaufenstern, nicht unter Bergen von Geschenken.
Sucht ihn in Bethlehem und überall dort, wo ihr selbst arm und traurig seid,
wo ihr Angst habt und leidet, wo ihr in Not und Schuld seid. Da hat er sich
verborgen, da werdet ihr ihn finden wie ein Licht in dunkler Nacht, wie eine
blühende Rose im kalten Winter, wie eine wärmende Hand, die euch hält, wie
eine tröstende Stimme, die leise sagt:
Fürchtet euch nicht! In Bethlehem ist für euch heute der Heiland
geboren, Jesus Christus, der Retter der Welt.
Antonia: Sage, wo ist Bethlehem?
Maria
Seidel: Betlehem ist dort, wo Menschen
arm und verloren sind, wo sie leben mit Verschlossenen Herzen und Ohren.
Antonia: Bethlehem, ist es auch bei
uns?
Maria
Seidel: Bethlehem ist dort, wo
Menschen traurig sind, in Dunkelheit und Schuld Leben.
Musikvorschlag:
Es ist ein Ros entsprungen
- oder
instrumental
Lukas
der Erzähler: Ich bin der Evangelist
Lukas. Vor vielen hundert Jahren wurde mir die folgende Geschichte erzählt.
Es ist die Geschichte von der Geburt eines Kindes, das dann später noch für
großes Aufsehen gesorgt hat. Es ist die Geschichte von der Geburt Jesu. Ich
habe sie aufgeschrieben, damit die Menschen viele Jahre später immer wieder
hören, wie das damals in Bethlehem gewesen ist. So möchte ich Euch jetzt
diese Geschichte erzählen, wie sie auch mir erzählt wurde:
Aus Rom
kam der Befehl vom Kaiser Augustus: Jeder in seinem Reich soll
aufgeschrieben werden. Dazu soll jeder dorthin gehen, wo er geboren ist.
Josef geht nach Bethlehem . Dort stammt er her. Er stammt vom König David
ab. Maria geht mit Josef. Maria soll bald ihr Kind: zur Welt bringen.
Josef:
Maria, kannst du noch, mein Schatz?
Wir sind gleich da. Ich besorg uns nur noch ein Quartier für die Nacht. Du
musst dich unbedingt ausruhen und hinlegen. Denkst du, du hältst noch durch
bis wir wieder in Nazareth sind?
Maria:
Mach dir keine Sorgen lieber Josef -
ich bin zwar recht müde – aber Gott sorgt für uns
- und es wird uns an nichts fehlen. Vertraue nur.
Josef:
Da hinten ist ein Gasthof! Da frage
ich mal nach einem Quartier!
1.
Wirt: Wow, diese Volkszählung ist echt
der Preisknaller. Die Übernachtungskosten habe ich verfünffacht und trotzdem
ist die Bude noch voll. Was kommen denn da für zwei Gestalten rein? Hey,
hier ist aber kein Platz mehr für euch. Meine Herberge ist randvoll bis
obenhin.
Josef:
Bitte, mein Herr, nur für eine Nacht.
Meine Frau ist hochschwanger und kann nicht mehr. Nur ein kleines Zimmer.
Ich flehe euch an.
1.
Wirt: Ich sagte doch, die Herberge ist
voll. Schert euch weg, sonst rufe ich die Polizei.
Josef:
Da schau Maria – Da ist noch eine
andere Herberge in der noch Licht brennt. Herr Wirt, haben sie noch ein
kleines Zimmer frei, für meine schwangere Frau und mich?
2.
Wirt: Tut mir leid, ich bin voll
ausgebucht. Wenn noch mehr Leute ankommen, muss ich die vermutlich im Stall
unterbringen, so überfüllt bin ich. Versuchen Sie es am besten noch
mal in anderen Herbergen.
Josef:
Sie haben gesagt, der Stall wäre noch
frei? Bitte, dann lassen sie uns da übernachten. Das macht uns doch nichts
aus. Hauptsache, wir haben endlich ein Dach über dem Kopf. Gott wird euch
segnen.
2.
Wirt: Da habe ich viel davon. Aber, na
gut, wenn es ihnen nichts ausmacht . Aber der Preis bleibt der gleiche!
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Lukas
der Erzähler: Auf dem Feld bei
Bethlehem sind Hirten. Sie sind bei ihren Schafen. Sie sollen auf die Schafe
Acht geben, damit kein wildes Tier kommt und sie auffrisst. Aber sie sind
eingeschlafen. Doch plötzlich werden sie von einem wunderbaren Licht
geweckt.
Instrumental: Engel ziehen ein.
Vom
Himmel Hoch da komm ich her.
Engel:
Vom Himmel hoch – da komm ich her. Ich
bring euch gute, neue Mär:
Euch ist ein Kindlein heut geboren- von einer Jungfrau auserkoren.
Ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein.
Es ist der Herr, Christ, unser Gott. Der will euch führn aus aller Not.
Das Kind: liegt in der Kripp im Stall. In Windeln liegt der Herr des All.
Instrumental:
1.
Hirte: Das muss ein Engel gewesen
sein. Habt ihr gehört, was er gesagt hat. Uns ist der Heiland geboren.
2.
Hirte: Und er ist der Friedensfürst,
er wird uns alle erlösen.
3.
Hirte: Kommt, wir wollen uns auf den
Weg machen und ihn suchen.
4.
Hirte: In einem Stall hat der Engel gesagt. In Bethlehem drüben. Kommt lass
uns ihn suchen.
Hirten
ziehen zur Sakristei aus.
LIED:
Kommet ihr Hirten, ihr Männer und Fraun.
Maria und
Josef legen Jesus in die Krippe.
Lukas
der Erzähler: H i e r ist Bethlehem
- der Stall
- Jesus ist geboren
-
LIED:
Zu Bethlehem geboren: 1. Strophe
Hirte
1: Zu Bethlehem geboren: 2. Strophe
LIED:
Zu Bethlehem geboren: 3. Strophe
Antonia: Kommt vom Kirchenschiff
mit einer Schale Erde zur Krippe: Ich bringe eine Schale mit Erde.
Gott hat uns diese Erde geschenkt, damit wir sie hüten und pflegen. Ich
bitte für alle Menschen, die auf dieser Erde leben. Jesus, du bist auch
diese Erde gekommen, damit sie für uns zum Himmel wird.
Veronika Seidel: Kommt vom
Kirchenschiff mit einem Krug
Wasser zur Krippe: Ich bringe
einen Krug, der aus Erde geformt ist. Ich bringe darin klares, sauberes
Wasser. Wasser schenkt Leben. Ich bitte für alle Menschen, die Durst haben
nach Liebe und Leben und für alle, die verdursten müssen, weil ihnen
frisches Wasser fehlt. Jesus, du bist das lebendige Wasser. Du willst
unseren Durst nach Liebe und Leben stillen.
LIED:
Oh du fröhliche ..